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Herzlich Willkommen zum vierten und letzten Beitrag der Buchwoche mit Valerie Schnitzers Geheilte Seele – Befreites Ich.

Heute treffe ich dich zum letzten Mal, um über Valerie Schnitzers Biografie Geheilte Seele – Befreites Ich zu sprechen. Für mich ist dieses Buch nicht nur emotional, sondern vor allem auch ein Buch über das Leben. Wie es so spielt, was verschiedene Entwicklungen auslösen können und wie wichtig es ist, man selbst zu sein und sich auch so anzunehmen.

Die wundervolle Valerie hat mir ein paar Fragen beantwortet, die ihr wahrscheinlich noch in keinem Interview zuvor gestellt worden sind. Und ich hoffe, dass du jetzt viel Spaß beim Lesen dieser Fun Facts hast.

1. Was durfte beim Schreiben deines biografischen Werkes nicht fehlen?
Das ist eine weitgreifende Frage. Wenn man eine Autobiografie schreibt, gibt es eine ganze Reihe von Erfahrungen und Erlebnissen, sie prägend waren. Der Auslöser aber, der Funke, der das Schreiben selber auslöste, war dann tatsächlich das ‚befreite Ich‘, mein Frausein. Wie es für mich spürbar wurde in jungen Jahren, wie es mich geprägt hatte in der Jugend, wie es meinen Weg in Partnerschaft, Familie, Beruf und in der Öffentlichkeit beeinflusste – das konnte natürlich nicht fehlen, es war und ist der berühmte ‚rote Faden‘ meiner geschichte.
2. Dein Buch spendet Hoffnung, ist aber doch recht ernst. Gab es auch ein lustiges Erlebnis rund um Geheilte Seele – befreites Ich?
Nun ist mein Buch ja keine Komödie, tatsächlich hat es einen sehr ernsten, tiefen Erzählgrund: Meine Seele. Aber es gab auch Momente des herzhaftesten Lachens, und zwar dort, wo man es am wenigsten vermutet, nämlich in der Phase des ‚Ganz unten seins, in Essen im Krankenhaus. Vielleicht war es ein Zeichen des Lösens, Entkrampfens jahrzehntelangen Gefangenseins, dass ich mit meiner jungen Bettnachbarin bis zum Abwinken über scheinbar Banales und allzu Skurriles lachen konnte. Ein Beispiel gefällig? Da war nach der OP und sieben Tagen strenger Bettruhe allmählich das natürlichste Geschäft des ‚zweiten Gehirns‘ wieder in Gang zu bringen. Und die etwas schnippische, junge, allwissende Pflegekraft mochte sich wohl nicht so recht vorstellen, dass das je ein Problem sein könnte. Als ich dann zwischen drei und vier in der Nacht dem Druck des Abführmittels nicht mehr standhalten konnte und mein Bett so wüst zugerichtete, dass sie dringend kommen mußte, versuchte ich, die Peinlichkeit meiner Schande so zu überspielen: ‚Da, das bekommst Du jetzt einfach‘ entfuhr es mir just bevor sie eintrat… Das war für uns beide, die wir so hilflos da lagen, so absurd lustig – wir lachten noch tagelang gemeinsam darüber…
3. Wer hat dein fertiges Werk als erstes gelesen?
Ja, tatsächlich war es meine Lektorin Susanne Ertl – und sie hat so sensibel, so wunderbar auf den Text reagiert…
4. Was würdest du sagen, wenn dich jemand fragt, worum es in deinem Werk geht?
Ganz einfach: Um mein Leben. Warum ich mich so wichtig nehme und glaube, ausgerechnet mein Leben müsse in Buchform erscheinen? Weil es nicht ich war, die da lebte, sondern eine Rolle. Wieviele solcher Menschen gibt es doch! Und wie wenige finden aus ihrer falschen Rolle heraus! Dass es geht, wollte ich in die Welt hinausrufen – und so Mut machen…
5. Im Moment herrschen merkwürdige Zeiten. Wie gehst du mit ihnen um und hilft dir dein Buch oder ein Buch eines anderen Autors / einer anderen Autorin durch diese Zeit?
Tatsächlich, es sind merkwürdige Zeiten. Dass ich bei mir angekommen bin, hilft mir enorm, den Stillstand auszuhalten, ja sogar auszukosten. Ich habe Zeit zum Nachdenken und sogar zum Lesen gefunden. Und weil ich mehr als zehnmal in den USA war (auch in jener Nacht, als Obama Präsident wurde), weil ich die Ostküste und insbesondere die Hauptstadt gut kenne, weil ich erschüttert bin über die Entwicklung der letzten Jahre und vielleicht auch, weil eine weitere Reise für den kommenden Herbst den merkwürdigen Umständen der Zeit zum Opfer fällt, hat mich die Biographie ‚Becoming’ von Michelle Obama angezogen wie ein Magnet.
6. Schreibst du ein weiteres Werk?
Bleiben wir noch bei den merkwürdigen Zeiten. Das Innehalten ist für mich so enorm wichtig, so nötig, um schreiben zu können. Damals war es das ‚Nichtstun‘ nach den OPs, jetzt das Hinaustreten aus dem Hamsterrad… Und in einem Rutsch kommen dann plötzlich Dinge zutage, die ich nicht planen, konstruieren, skizzieren kann – da schreibt ‚es‘ plötzlich. Was? Viele LeserInnen meiner Biografie fragten ‚Wie ging es weiter?‘, ‚Wie geht es Dir heute‘? oder ‚Deine Geschichte ist doch nicht zu Ende, da muss noch etwas kommen!‘ Und dann kam die Einleitung, das Vorwort plötzlich aus mir heraus. Mal sehen, welcher nächste Impuls die Geschichte weiterschreibt…

Ich hoffe, dass dir dieser schöne Blick auf ein wirklich außergewöhnliches Buch gefalllen hat. Schau hier vorbei, um das Buch zu erwerben.

Ich möchte mich ganz herzlich bei Valerie bedanken, dass ich mich in dieser Woche ihrer Biografie voll und ganz widmen durfte. Es ist nicht selbstverständlich, so eine liebe Kollegin im Verlag zu haben, weswegen ich ihr wirklich von Herzen danken möchte.

Morgen – am Montag, den 29. Juni – geht es schon weiter mit dem nächsten Buch im Rabenwald und zwar Perfidie I von Vanessa Heintz. Ich freue mich sehr darauf!

Du bist zufällig bei der Buchwoche gelandet und weißt gar nicht recht, was das ist? Dann kommt hier eine kleine Erklärung. 🙂

So laufen die Buchwochen ab: Jede Woche wird ein Buch im Verlag ausgesucht, das in vier Beiträgen näher beleuchtet wird.

Der Ablauf sieht so aus:

  1. Vorstellung des Buches (Montag)
  2. Rezensionen zum Buch (Mittwoch)
  3. Lieblingsstellen und Vorstellung des Taschenbuchs bzw. E-Books (Freitag)
  4. Fun Facts zum Buch (Sonntag)

Deshalb: Schau immer wieder hier auf dem Blog vorbei oder auf unseren Social Media – Kanälen, auf denen wir natürlich auch jeden neuen Blogpost ankündigen. 🙂

Wir schicken die liebsten Grüße,

Kristin und der

Zum ersten Beitrag der Buchwoche kommst du hier.

Zum zweiten Beitrag hier. Der dritte Beitrag ist hier zu finden.