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Free Call

Die Rückkehr in ein Universum

Das muss doch einfach sein, oder?

In diesem Blogeintrag möchte ich über die Erfahrung schreiben, wie es für mich ist, in eine Geschichte wieder einzutauchen, die ich für abgeschlossen hielt. Wie schaffe ich es, die Dynamik der fiktiven Welt wieder einzufangen? Warum möchte ich zurück? Und noch viel wichtiger: Was genau ist so schwierig daran?

And we´re back…

GER(a)ECHT schrieb ich mit dem Gedanken eines Einzelbandes im Kopf. Doch die Leser konnten mich überzeugen: Ein zweiter Band musste folgen. Zuerst war mein Kopf bei den Ideen, die auf mich einstürmten, überfordert. Doch langsam kehrte ich zurück in das Universum, das mich zur Autorin machte. Und alles nahm seinen Lauf…

Einige Leserinnen und Leser fragen des Öfteren, wie es gelingen kann, vor einem Bildschirm zu sitzen und in diesem Charaktere und eine Geschichte zum Leben zu erwecken. Ich sage dann immer: Das ist einfach, ich lasse meiner Phantasie einfach freien Lauf. Doch bei einem Folgeband ist das nicht so simpel. Zu Beginn hatte ich Angst, Fehler zu machen und konnte kaum ein Wort tippen, ohne es danach sofort wieder zu löschen. Ist dies etwas, das Mona sagen würde? Das klingt… anders.

Cover-Ger(a)cht

Doch nach einiger Zeit veränderte sich die Schreibstimmung und als kämen die Charaktere zurück in meinen Kopf, sah ich sie wieder vor mir, wie sie ein Eigenleben entwickelten. Von diesem Moment an wurde alles leichter. Doch die Zweifel blieben. Würde diese Geschichte die Leser so überzeugen, wie der erste Band? Was, wenn nicht?

Wieder einmal verließ ich meinen Schreibplatz und drückte mich um das Schreiben. Doch irgendwann schrieb ich. Ich schrieb mit den Zweifeln. Ich hatte Spaß daran, die Tiefe von Charakteren besser beleuchten zu können oder neue in die Erzählung zu weben.

Doch egal, wie viele Worte ich schrieb, die Zweifel blieben.

Nun habe ich den zweiten Band fast beendet, es fehlen nur noch wenige tausende Wörter, und noch immer kaue ich mir die Nägel beim Schreiben ab. Doch ich denke, genau das ist der Zauber des zweiten Bandes. Er stresst, er bringt Zweifel, er lässt mein Gehirn auf Hochtouren laufen.

Es ist der Zauber der Zweifel, der sich in meiner Hoffnung bei den Lesern in Begeisterung wandelt.

Denn ich freue mich, dass ich weiter Zeit mit diesen wundervollen Charakteren verbringen kann – auch wenn ich mir sicher bin, dass sie diejenigen sind, die die Zweifel in meinen Kopf streuen.

Zweifel, die mich lächeln lassen.

© Kristin Schöllkopf